Samstag, 2. Mai 2015

|Rezension| "The Testing" von Joelle Charbonneau

The Testing | Joelle Charbonneau | Houghton Mifflin | Englisch | Hardcover | ca. 13€ | Kaufen?

 
Keep your friends close and your enemies closer. Isn’t that what they say? But how close is too close when they may be one and the same?

The Seven Stages War left much of the planet a charred wasteland. The future belongs to the next generation’s chosen few who must rebuild it. But to enter this elite group, candidates must first pass The Testing—their one chance at a college education and a rewarding career.

Cia Vale is honored to be chosen as a Testing candidate; eager to prove her worthiness as a University student and future leader of the United Commonwealth. But on the eve of her departure, her father’s advice hints at a darker side to her upcoming studies--trust no one. 

Irgendwie mag ich das Lied, ist mal wieder ein bisschen was anderes. Man hatte ich schon lange kein dystopisch klingendes Lied mehr, wurde echt mal wieder Zeit...dabei ist mir gleich aufgefallen, dass Insurgent auch einen sehr schönen Soundtrack hat :D

Es gibt so Bücher, die muss man einfach im richtigen Moment lesen, zur richtigen Zeit einfach aufschlagen und lesen um sie genau dann gut zu finden. Bücher, die dir in der tiefsten Leseflaute empfohlen werden, in diesem Fall wieder von der lieben Jule, die mir schon aus so mancher Leseflaute geholfen hat, die du dann zu lesen beginnst, dich verliebst und es in einer kompletten Nacht durchliest.  So erging es mir mit „The Testing“. Unter anderem Umständen hätte ich das Buch vielleicht nicht gemacht, aber so habe ich es einfach genau zu richtigen Zeit gelesen und genau das bekommen, was ich wollte, und deswegen kann ich auch glücklicherweise sagen: Ich fand das Buch toll.


In The Testing geht es um die siebzehnjährige Cia, die in einer futuristischen Welt lebt. Im Amerika der Zukunft gibt es viele verschiedene Kolonien, die alle mehr mit sich selbst zu tun haben, und dazwischen liegt die glänzende Hauptstadt Tosu City. So schöne es in den Kolonien auch ist, wer wirklich etwas erreich will, der muss nach Tosu City gehen, um an der einzigen Universität, die es gibt, zu studieren. Allerdings wird es in Cias Welt streng geregelt: Nur bestimmte Schüler werden nach ihrem Abschluss ausgewählt, um an The Testing teilzunehmen, einen Programm, das am Ende 20 Jugendliche übrig lassen wird, die dann an die Universität gehen können, um Politiker und Wissenschaftler zu werden. Auf diese Weise will man verhindern, dass Macht in die falschen Hände kommt. Cia wird natürlich für dieses Testing ausgewählt, und merkt schnell, dass hier nicht alles so perfekt ist, wie sie immer geglaubt hatte.


Wie man hieran schon sehen kann: So ganz originell klingt diese Inhaltsangabe nicht. Die eine oder andere Parallele ist schon zu erkennen. Ich kann hier schon vorweg sagen: Das Buch erfindet das Rad nicht neu, ganz und gar nicht. Desöfteren kommt ein Déjà-vu auf, das einen an Hungerspiele und Fraktionen erinnert, viele kleine Dinge wirken sehr ähnlich zu Größen wie Panem, Maze Runner und Divergent. Und trotzdem: Irgendwie schafft es dieses Buch, eine Eigenständigkeit zu entwickeln, die man ihm zuerst gar nicht zugetraut hätte. Mag sein, dass es daran liegt, dass meine letzte Dystopie schon etwas zurück liegt, aber trotz Parallelen und Bekannten Schemen konnte mich das Buch begeistern.


Das lag einerseits an der grandiosen Protagonistin. Auf den ersten Seiten wirkt Cia noch sehr blass und man hat das Gefühl, mit ihr hätte man eine Einheitsbreiprotagonistin vorgesetzt bekommen. Doch sobald das Buch richtig Fahrt aufnimmt, wirkt es, als hätte man Cia aufgeweckt und auf einmal beginnt sie, eine tolle Persönlichkeit zu entwickeln. Das Schöne an ihr war, dass sie eben keine dieser Hauptpersonen waren, die super mit dem Töten oder Druck klarkommen. Sie ist unglaublich menschlich und hat ein wahnsinniges Mitgefühl. Was viele Protas immer nur behaupten, das tut Cia: Sie hilft Menschen aus ihren ganz eigenen Motiven und versucht die Welt nicht mit Hass, sondern mit Klugheit und Menschlichkeit zu verbessern. Natürlich trifft sie dabei auf viel Widerstand und muss immer wieder lernen, dass man in dieser Welt grausam sein muss, aber trotzdem hält sie an ihren Werten fest und bleibt sich in ihrem gerechten, klugen und menschlichen Wesen treu. Keine Angst, Cia ist keineswegs perfekt. Sie trifft falsche Entscheidungen, vertraut den falschen Menschen und selbst ihre Intelligenz kann sie nicht vor Fallen und Verrat bewahren, aber die Art wie sie mit Fehltritten und Tiefpunkten umgeht hat mir gefallen und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Cia weitergeht.

Die Nebenpersonen waren mir größtenteils ebenfalls sympathisch, leider kamen sie meistens ein bisschen zu kurz, um wirklich viel Tiefe zu bekommen. Sie waren aber trotzdem weit entfernt davon blass zu sein, im Gegenteil, die meisten von ihnen haben einge guten Ansatz einer tiefen Charakterisierung bekommen, die die Autorin im zweiten Teil hoffentlich noch Ausbauen wird. Besonders Cias Familie ist mir sehr ans Herz gewachsen, wohingegen Malachi und Zandri mir doch etwas zu blass, genau wie Ryme und einige der Tester, was aber vor allem daran liegt, dass diese Figuren nur sehr kleine Rollen hatten. Tomas war mir etwas zu klischeehaft und muss im zweiten Teil unbedingt noch an Eigenständigkeit gewinnen, sowie meine Sympathie. Wen ich dafür sehr gut Charakterisiert fand waren Will und Brick, die mir beide sehr gut im Gedächtnis geblieben sind, bis ins kleinste Detail. 

Was dieses Buch aber so gut macht, ist schlicht und ergreifend die Verbindung von Cia, als geniale und sympathische Hauptfigur, und packender Story. Denn obwohl man der Story vorwerfen kann, nicht unglaublich originell zu sein, so kann man nicht leugnen, dass sind nicht trotzdem fesselnd ist. Denn die Verbindung von bekannten und neuen Elementen in einem neuen Zusammenhang macht einfach Spaß – und vor allem süchtig. Das Buch hat in diesem Zusammenhang einfach alles, was man sich so in einem Dystopieroman wünschen kann: Eine große Lüge der Regierung, menschliches Verhalten in Extremsituationen, Blut, viel Action und eine angstmachende Rahmenstory, die in diesem Fall sogar ziemlich gut ist. Ich meine gut in dem Sinne, dass ich die Grundidee dieser Gesellschaft, wie auch schon in Divergent, nicht schlecht finde. Wie immer mangelt es nur an der Umsetzung dieser Gesellschaft, aber das werdet ihr selbst erfahren, wenn ihr dieses Buch lesen sollte. Wenn ihr Wert auf eine gute Protagonistin legt und Action und Dystopie als Einheit seht, dann sollte ihr das auf jeden Fall tun.

Es ist ein bisschen verzwickt mit The Testing. Wenn ich so darüber nachdenke, war das Buch nicht überragendes. Man hat eben viele Bekannte Dinge, die man aus verschiedenen anderen YA Dystopien kennt, in einen Topf geworfen, eine tolle Protagonistin hinzugefügt, ein Prise Eigenständigkeit und heraus kam dann The Testing. Und trotzdem: Dieses Buch macht süchtig. Wenn ihr mitten in diesem Buch seid, ist es euch total egal, ob die Personen gut charakterisiert sind oder das Buch genug Kreativität aufweist: Solange ihr Cia mögt und ihr irgendwie euch für die Story begeistern konntet, werdet ihr euch nur noch wissen wollen, wie es weitergeht. Und es wahrscheinlich, wie ich, in einer Nacht durchlesen. Dieses Buch ist keine literarische Eins, aber es unterhält unglaublich gut und macht einfach Spaß. Es hat Action, eine tolle Protagonistin und eine dystopische Welt, die mein Interesse wecken konnte und von der ich gerne noch mehr lesen möchte. Ich vergebe für The Testing 4 Sterne. 

Kommentare:

  1. Hey Kücki :)
    Tolle Rezension! Deine Worte spiegeln eigentlich genau meine Gedanken zu dem Buch wider. Es ist viel altbekanntes dabei und ich kann es verstehen, wenn sich manche an der fehlenden Originalität der Story stören.
    Aber wie dir hat mir Cia als Protagonistin sehr gut gefallen. Ich finde es super, dass sie trotz allem so unverstellt ist und nach dem handelt, was ihr Herz ihr vorgibt. Außerdem merkt man auf jeder Seite, dass sie unheimlich intelligent ist. Genau solche Protas hätte ich gerne öfters- und nicht die verwöhnten Prinzesschen, die in den meisten Romantasybüchern rumgeistern :D
    Die Fortsetzung fand ich übrigens auch recht gelungen. Es wird zwar nicht meine Lieblingsreihe werden, aber das Lesen lohnt sich definitiv :)

    Liebste Grüße,
    Sana

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    1. Hey Sana :)

      Dankeschön <3
      Ja, ich fand auch das es wirklich eher weniger Kreativ war, aber wie dir hat mir auch Cia richtig super gefallen :) Auf jeden Fall, mehr starke Protas wünscht man sich ja immer xD
      Jaa ich freu mich schon so darauf, die Fortsetzung ist auf meiner Leseliste für den Mai und ich bin gespannt, wie es mit Cia weitergeht^^

      Liebe Grüße
      Kücki ♥

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  2. Das Buch verwirrt wirklich ;D Also es war bei mir wieder so ein Hype-Fall, als ich dann aber bedenkliche Meinungen gelesen habe, habe ich meine Erwartungen ordentlich runtergeschraubt. Und ganz ehrlich, will man einen Panem Abklatsch lesen, geht es schon in Ordnung. Will man etwas vollkommen neues, nicht von anderen Büchern inspiriertes lesen, kann man sich das Buch echt sparen. Ich war neugierig und wollte es wissen, aber verpassen tut man (meiner Meinung nach) nicht unbedingt etwas.

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Klar, das Buch ist jetzt nicht das große Licht in dem Meer der Dystopien, aber ich fand es jetzt auch nicht unglaublich schlecht xD
      Es war auf jeden Fall nicht sehr originell, aber ich mochte die Prota und irgendwie war die Geschichte ja doch ganz cool, ich weiß nicht, auf jeden Fall gut wenn man mal wieder eine Dystopie lesen will^^

      Liebe Grüße
      Kücki ♥

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