Freitag, 22. Januar 2016

|Rezension/Rant| "The Pledge" von Kimberly Derting

The Pledge | Kimberly Derting | Margaret K. McElderry Books | Englisch | Hardcover | ca. 15€ | Kaufen?
  
In the violent country of Ludania, the classes are strictly divided by the language they speak. The smallest transgression, like looking a member of a higher class in the eye while they are speaking their native tongue, results in immediate execution. Seventeen-year-old Charlaina has always been able to understand the languages of all classes, and she's spent her life trying to hide her secret. The only place she can really be free is the drug-fueled underground clubs where people go to shake off the oppressive rules of the world they live in. It's there that she meets a beautiful and mysterious boy named Max who speaks a language she's never heard before . . . and her secret is almost exposed.

 
Das Lied ist momentan ein potentielles Lied für unsere Kür, deswegen hab ich auch dafür genutzt, es zu dem Buch zu hören, aber irgendwie hat es nicht so richtig gepasst xD Das Lied ist viel zu schön für das Buch :D

 
Heute beginne ich meine Rezi mal nicht mit kleinen Gedanken zum Buch oder einem Thema, dass darin aufgegriffen wird, heute beginne ich meine Rezension mit dem Worten: Gott, wie ich das hasse! Ich hasse es, enttäuscht zu werden, von Büchern, die sie viel Potenzial hatten, die ich hätte so gerne haben können. Ich hasse es Rants zu schreiben, weil ich weiß wie viel Arbeit es macht, zu schreiben und kreativ zu sein und ich hasse es, der böse Blogger zu sein, der das Buch in der Luft zerfetzt. Aber manchmal ist es einfach notwendig, seine Wut und Enttäuschung in einen Rant zusammenzufassen, um mit dem Buch abzuschließen, und endlich mit anderen Büchern weitermachen zu können. Deswegen hier die Warnung: Dies ist ein Rant, das heißt dass diese Rezension weder inhaltlich noch stilistisch auf der Höhe sein wird, sondern in erster Linie dazu da ist, meine Enttäuschung und Unzufriedenheit widerzuspiegeln. Daher nochmal: Es ist meine eigene Meinung, jede andere Meinung zu dem Buch ist nicht weniger Wert, im Gegenteil, ich freue mich, wenn ihr das Buch mochtet!


In diesem Buch geht es um die junge Charlaina, die in einer Welt lebt, in der jede Klasse ihre eigene Sprache hat, und es den anderen Klasse nicht erlaubt ist, jene Sprachen zu verstehen oder gar zu sprechen. Umso komischer, dass genau Charlaina aus der Arbeiterklasse die Möglichkeit hat, jede Sprache zu verstehen…

Es hätte so ein gutes Buch werden können, die Inhaltsangabe klingt doch eigentlich richtig gut. Und trotzdem hat die Autorin es geschafft, dieses Buch derartig schlecht werden zu lassen. Zu allererst: Das World-building. Ach du scheiße Leute, seit Red Queen habe ich schon nicht mehr so ein löcherhaftes Weltbild gesehen. Die Autorin kümmert sich null darum, ihre Welt auch nur im Entferntesten zu erklären. Wir wissen, dass es in der Zukunft spielt, dass es verschiedene Klassen und Sprachen gibt. Auch ist immer mal wieder von einer Außenwelt die Rede. Aber das war’s schon. Es werden total random immer mal wieder irgendwelche Dinge erwähnt, zum Beispiel ein Krieg in der Außenwelt. Umh, ja, gegen wen denn bitte? Und wie sind die Sprachen entstanden? Und woher haben bestimmte Leute ihre Gaben und Magien? Warum existiert dort überhaupt Magie, wenn es doch in unserer Welt in der Zukunft spielt? Was ist passiert dass das alles so aussieht dort? Das sind nur einige von vielen  Fragen, die der Leser sich immer wieder stellt, die aber irgendwie nie so wirklich beantwortet werden. Während es also im Klappentext noch so tönt, als wollte die Autorin wirklich die Welt in den Fokus setzen und einen tollen dystopischen Konflikt verarbeiten, merkt man davon nichts im Buch. Wir wandeln praktisch durch eine Papier Welt umher, die mit jedem Schritt weiterzusammenklappt und am Ende in sich selbst zusammenfällt. Weniger Schwammigkeit und mehr Substanz hätten da Wunder gewirkt.


Stattdessen hat die Autorin ihre Kraft anscheinend an anderen Stellen gebraucht, den Charakteren und dem Plot. Zu meiner großen Enttäuschung sind aber weder ersteres, noch letzteres gelungen. Der Plot plätschert nur so vor sich hin, ohne das irgendwas passiert, nur damit die Autorin in die letzten 30 Seiten mehr oder weniger ein paar Actinreiche Momente setzen kann. Wir verplempern so viel Zeit, und trotzdem passiert nichts, es gibt keine Entwicklungen, und trotzdem sind am Ende so viele Sachen einfach anders, und wir haben das zu akzeptieren. Vorher nie erwähnt, plötzlich da…naja, ist eben so. Hä, das war doch vorher gar nicht so? Naja, komm, jetzt ist es eben so, leb damit! NEIN, ich hasse sowas. Unlogische Zusammenhänge, keine Entwicklung, und am allerschlimmsten: „Plottwist“, die man schon nach 2 Seiten aufgespürt hatte, und wo man am Ende einfach nur noch lachen konnte, und nicht wusste ob man schon wütend sein sollte, dass die Autorin wirklich dachte, man würde das nicht rausbekommen. 

Und nun das mit Abstand schlimmste an dem Buch: Die Charaktere. Mein Gott, warum müssen wir immer bei den gleichen langweiligen Stereotypen bleiben, die so blass und oberflächlich sind wie Pappfiguren, ohne Seele und ohne Herzen und ohne irgendwelche Charakterzüge? Warum müssen wir immer irgendwelche blöden, Ich-bezogenen beste Freundinnen haben, die die Protagonistin wie Dreck behandelt? Und warum lässt sich diese das immer gefallen? Warum brauchen wir immer diesen völlig charakterlosen besten Freund, der nur so matter-of-fact-mäßig super lieb und freundlich ist, auf die Prota steht, aber von allen wie Dreck behandelt wird und trotzdem immer noch super freundlich bleibt??? 


Und vor allem: Warum schreiben wir immer noch Protas, die so blass und charakterlos sind wie Charlie? Die schon wieder wunderschön ist, sich selbst aber für schrecklich hässlich hält, die einzige ist, die anscheinend Mitgefühl oder Takt hat und jeden ja sofort durschaut, auf die alle stehen, aber die ja sooooo unerfahren ist? Warum ist sie Moralapostel, wird von allen gewollt, immer die Auserwählte und dabei noch soooo naiv, gütig, liebenswert und begabt? Hier zitiere ich meine geliebte Lizzie Bennet: „Eine solche Frau ist mir nie begegnet, und ich stelle mir diese Begegnung grauenhaft vor“. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum noch aufregen über diese Charaktere, so lächerlich sind sie einfach. Schlimmer kann es echt nur noch werden, wenn dann, wie auch in diesem Fall, INSTALOVE dazukommt. Holle die Waldfee, was habe ich diese „Liebe“ gehasst. Wenn man es überhaupt so nennen kann. Nach 3 Mal sehen und Händchen halten, stalken und gruselig ist sind beide total verliebt und mega in Love. Warum? Es gibt nicht einen Grund, warum sie sich lieben, ich kann ihr Beziehung null nachvollziehen. Man liebt nicht jemand weil er wunderschön ist oder einen fasziniert, und man schwört auch nicht nach 3x Treffen ihn mit seinem eigenen Leben zu beschützen. Wo ist diese klischeehafte, langsam aufblühende Liebe geblieben, wo man am Ende sagen kann: DAS ist der Grund, warum die beiden zusammengehören????? 


Das einzige Positiv an diesem Buch war wirklich der Prolog, den ich wirklich toll geschrieben und vielversprechend fand. Alles andere war, gelinde gesagt, ein Desaster.

Ich schreibe nicht gerne Rants, und wenn ich sie schreibe, fühle ich mich danach immer ein bisschen schlecht, weil ich den Autor für die Arbeit, die er sich mit dem Buch gemacht hat, nicht genug würdige. Aber manchmal ist es wichtig, seine ehrliche, ungefilterte Meinung kundzutun, für sich selbst und für andere. Deswegen verzeiht mir diesen Rant, den ich aber einfach schreiben musste. Im Fazit kann ich eigentlich nur sagen, dass ich keinen Bock mehr auf die Art Buch habe, die aus oberflächlichen Charakteren, einer Papierwelt und keinem Plot bestehen, sich durch Klischees und Instalove am Leben halten und von hinten bis vorne einfach nicht funktionieren. Im Endeffekt bin ich einfach nur froh, das Buch endlich beendet zu haben und ein neues, hoffentlich besseres, beginnen zu können. Da ich es beendet habe (1 Stern) und auch den Prolog gut fand (+0,5 Sterne), vergebe ich 1,5 Sterne.
 

 

Kommentare:

  1. Ja, das Buch habe ich auch noch negativ in Erinnerung. Es hatte sich so gut angehört und kam heraus, als die Dystopien ihren Zenit hatten und man auf vielversprechende Panem Nachfolger hoffte. Hier definitiv nicht.

    Liebe Grüße
    Tina

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  2. Huhu Süße,

    gerade wollte ich deinen Blog bei unserem Post verlinken und ich sehe diese Rezi, die ich irgendwie in meinem Dashboard übersehen haben muss.

    Ach dieses BUch steht auch noch auf meiner Wunschliste. Eigentlich dachte ich, dass es ganz gut werden würde aber du stimmst mich ja jetzt mal wieder nachdenklich.

    Aber deine Rezension hast du wirklich wunderschön geschrieben. Ganz großes Kompliment :) ♥

    Jule ♥

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  3. Das Lied ist schonmal nett. Ich hatte quasi sofort einen Ohrwurm davon, konnte beim ersten Refrain dann schon mitsummen...

    Das mit den verschiedenen Sprachen stelle ich mir auch sehr umständlich vor. Wie organisiert man eine Gesellschaft, wenn diejenigen, die Aufsicht führen, die Sprache der Arbeiter gar nicht verstehen? In der Regel muss man ja doch irgendwelche Kommunikationsmöglichkeiten haben :D bestimmt hatte die Autorin nur von der einzelnen Situation ein klares Bild, aber kaum vom großen ganzen...

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