Donnerstag, 9. Juni 2016

|Kuecki Recommends| Bücher, die mich aus meiner Comfort Zone gelockt haben...

Huhu ihr Lieben! Manchmal, da stöbere ich gerne durch die Rezensionen, die ich vor einem oder zwei Jahren getippt habe. Ich mag es, zu sehen, wie sich mein Lesegeschmack verändert hat, oder vielleicht auch nicht verändert hat, ich mag es, zu sehen, wie sich meine Meinung über bestimmte Bücher gedreht hat, um auf einem anderen Fleck, oder sogar auf dem gleichen zu landen. Doch am allermeisten mag ich es, zu sehen, was ich in den letzten Jahren neues entdeckt habe. Ich habe diesen Blog begründet, indem ich nur eine ausgewählte Sparte der YA Romantasy/Fantasy gelesen habe. Und heute, immer noch viel zu unvielfältig für meinem Geschmack, aber trotzdem, lese ich historische Romane, Fantasy, Sci-Fic-Romane, Klassiker, Romane, Sachbücher, und ganz viel YA in all seinen Fassaden und Formen, und ich mag es so. Aber dieser Weg musste erstmal geebnet werden, es braucht Bücher-Bulldoser, die dir eine neue Straße hin zu einem neuen Genre bauen, und 6 Bücher, die dies für mich getan haben, möchte ich euch heute vorstellen.


One by Sarah Crossan Eigentlich kann mich mit YA Contemporary jagen, es ist einfach nicht mein Genre, ich fühle mich dort nicht wohl, finde nur schwer Zugang zu den Charakteren, und oftmals finde ich einfach schöner, wie Fantasy Romane oder andere YA Sparten bestimmten Messages verpacken. YA Contemporary funktioniert da bei mir häufig einfach nicht. Dann allerdings habe ich dieses Buch gefunden. Komplett in Versen erzählt berichtet es auf eine sehr berührende und einzigartige Art und Weise über Familie, Träume, und vor allem darüber, was es heißt, eine Schwester zu sein, anders zu sein, und in dieser Gesellschaft groß zu werden. Das Buch hat mir Tränen in die Augen getrieben und mir so viele warme Botschaften ins Herz geschickt, das ich gar nicht hinterherkam, all die schönen und wichtigen Zitate rauszuschreiben. Contemporary lese ich zwar immer noch nicht allzu gerne, aber dieses Buch hat den Austritt aus der Comfort Zone wirklich zu einem Abenteuer gemacht und mich dazu gebracht, öfter mal in der YA Contemporary Sparte nach solche kleinen Schätzen Ausschau zu halten. Außerdem hat es mich auch für Bücher begeistert, die in Versen erzählt sind.

The Bronze Horseman by Paullina Simons Dieses Buch wurde mir von der lieben Elif und der Bou damals empfohlen, Elif hatte es damals zum Geschichtsstudium inspiriert, und Bou, die eigentlich gar nicht so gerne Liebesgeschichten mag, auch begeistern können. Ich selbst bin nicht der größte Fan von Liebesgeschichten, und auch historische Romane habe ich bis dato eher weniger gelesen, sicher, ich war verliebt in Die Nacht als die Titanic sank und Die Bücherdiebin, aber andere Bücher hatte ich bis dahin eher weniger bis gar nicht gelesen. Und schon gar nicht, wenn sie in einer Liebesgeschichte erzählt worden sind. Aber dieses Buch hat mich da wirklich auf eine lange Reise mitgenommen, mein Interesse an historischen Romanen geweckt und mich zu einem großen Fan werden lassen. Ja, das Buch ist etwas kitschig und sicherlich nicht komplett historisch richtig, aber es hat mich in eine fremde Zeit mitgenommen, hat mich in eine Epoche des Leidens und der Angst mitgenommen, und das alles zu gekonnt und interessant erzählt, dass ich seitdem öfter mal zu historischen Romanen greife und in diesem Genre ein weiteres Zuhause gefunden habe.

Westwood Vibrato by Ylab Meine beste Freundin ist ein großer Fan von Manags und Animes, und muss damit wohl noch mehr als wir Bücherwürme gegen Klischees und Vorurteile wehren. Denn sie ist kein naives, blauäugiges Mädchen mit bunten Haaren, die hingeschmierte Comics liest, indem Frauen und Männer blankziehen und der einzige Content in Sex, Vergewaltigung und Schulmädchen-Stalken besteht. Im Gegenteil, sie erzählt oft von Geschichten, die wirklich gut, spannend, interessant, genial konzepiert und mit tollen Charakteren ausgestattet sind. Und eines hat sie mir besonders ans Herz gelegt: Westwood Vibrato, eine Geschichte über Musik und wie sie das Leben verschiedener Menschen begeleitet. Der Manga ist liebevoll gezeichnet, die Geschichten allesamt inspirierend, berührend und wunderschön erzählt, und die Liebe zur Musik greifbar verkörpert. Ich werde sicherlich kein Otaku werden, aber habe erkannt, das es sich lohnt über den Tellerrand zu schauen, und mal was ganz anderes auszuprobieren, es könnte einen bereichern.

Drowning Instinct by Ilsa J. Bick Ich finde es schwer, dieses Buch in eine Schublade bzw. ein Genre zu packen, da es wirklich viele verschiedene Genretypen bedient. Im Großen und Ganzen ist es ein Buch über ein Mädchen, das von ihrem furchtbaren Leben erzählt. Von einem Psycho-Dad, einer Alkoholiker-Mom und einem Bruder, der als Army-Soldat im Irak glücklicher ist, als er es Zuhause je war. Von einer Beziehung zwischen einem Chemielehrer und seiner gebrochenen Schülerin. Eigentlich gar nichts, was ich gerne lese. Ich mag keine YA Romance Storys, vor allem nicht, wenn sie so tragisch und dunkel wirken, als könnte sie schnell ins trashige abrutschen und überzogen wirken. Aber wenn ich ehrlich bin, hat mich das Buch einfach gereizt, nicht nur durch die vielen positiven Rezensionen. Und nachdem ich es nun gelesen habe, kann ich sagen, auch, wenn es sicher nicht mein Lieblingsbuch werden wird, so ist es ein Buch, das mir trotz Kritikpunkte sehr gut gefallen hat, ich mochte es, wie es Tabuthemen aufgegriffen hat, sich getraut hat, schonungslos ehrlich zu sein, ohne dabei zu sehr in das Überspitzte abzurutschen. Ich weiß nicht, ob ich wieder etwas aus dem Genre lesen würde, aber der Ausflug war es auf jeden Fall wert und hat mir eine andere, schockierende, aber lehrreiche Lesereise bescherrt.

The Girl in the Road by Monica Byrsen Auch dieses Buch windet sich wie eine Schlange dagegen, sich in eine Schublade pressen zu lassen. Politischer Endzeit? Soziologische Dystopie? Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, die extrem ist. Extrem verwirrend. Extrem reifen Content bietet. Extrem gute Ansätze hat. Und mich extrem zwiespältig zurückgelassen hat. Ich weiß immer noch nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll, aber ich weiß, das es anders war, als alle Dystopien, die ich davor gelesen habe. Es wirkte besser recherchiert, erschreckend realistisch, und sehr erwachsen. Es geht um eine Welt in der Indien und Afrika die Weltmacht wirtschaftlich und politisch innehalten, es geht um eine Welt, die so anders ist als unsere, aber doch viele aktuelle Probleme aufgreift. Sehr brutal, teilweise erschreckend ehrlich und reif erzählt das Buch von zwei Frauen/Mädchen, die eine Reise über die Brücke antreten, die die beiden Weltmächte verbindet. Definitiv ein spezielles Buch, aber hat mich irgendwie neugierig auf diese Art Buch gemacht, also ein sehr positiver Comfort Zonen Ausflug.

And we Stay by Jenny Hubbard Und zu guter letzt noch ein YA Contemporary Buch, das allerdings ganz anders ist, als One. Denn mit diesem Buch konnte ich mich weniger identifizieren, es ging um eher typische Contemporary Themen, und trotzdem hat es mich fasziniert und mich auch mit einer positiven Berwertung zurückgelassen. Das Buch ist unglaublich traurig, es ist ehrlich und manchmal hässlich, es erzählt von Abtreibung und falschen Entscheidungen und Selbstmord, aber schafft es dabei, nicht in die Klischeeschiene abzurutschen, sondern eine leider sehr authentische und ehrliche Geschichte zu erzählen, in der auch Poesie und Literatur ihre große Rolle bekommen. Das Buch liest sicher sehr schnell, hallt aber lange nach, und bestärkt mich darin, wirklich genau hinzuschauen, wenn es um Contemporary Bücher geht, denn zwischen vielen Büchern, die eher nicht für mich geschrieben sind, verstecken sich solche Perlen, die mir mehr als gefallen würden.

Sooo...das war's auch schon wieder ihr Lieben. Natürlich gibt es noch mehr Bücher, die etwas untypische sind, und von dem Abweichen, was ich sonst lese. Aber ist nicht irgendwo in jedem Buch ein bisschen ein Schritt aus der Comfort Zone mit drin? Hat nicht jedes Buch seine eigene, ganz spezielle Seele, und ist ein Balanceakt zwischen mögen und nicht mögen? Und wo liegt meine Comfort Zone, und ändert sie sich nicht ständig? Zum Beispiel liegen historische Romane nun defintiv in meiner Comfort Zone, oder etwas nicht? Ich finde das Thema sehr spannend, und würde sehr gerne noch einmal eine Diskussion darüber schreiben. Aber das wären erstmal die Bücher, wo ich wirklich gemerkt habe, okay, das hast du noch nicht probiert, oder zu wenig probiert, versuch es doch trotzdem mal mit diesem Buch. Und wie ihr seht, hat sich das wirklich sehr gelohnt.

Wo liegt eure Comfort Zone? Und mit welchen Büchern seid ihr schon mal aus dieser rausgetreten? Und welches Genre würdet ihr gerne mal erkunden?

Kommentare:

  1. Hallo Kuecki,
    ein toller Beitrag mit ein paar Büchern, die ich mir merken werde!
    Ich finde es schwer, wirklich eine Comfort Zone bei mir zu beschreiben. Ich lese schon immer Fantasy und seit einigen Jahren verstärkt YA-Fantasy, dazwischen aber auch schon immer Psychothriller oder "normale" Romane unterschiedlichster Art. Außerhalb meiner Comfort Zone liegen z.B. historische Romane, Sachbücher, Kriminalromane oder reine Liebesromane (ganz besonders die im YA). Ich probiere es zwar hin und wieder mal und habe dabei auch schon Schätze entdeckt: Silver Linings, Stoner, Und auch so bitterkalt, Dich nehm ich, Jane & Miss Tennyson. Eine kleine Auswahl aus den letzten Jahren, manche waren Empfehlungen, andere haben mich spontan angesprochen.
    Erkunden möchte ich irgendwann noch historische Romane, denn abgesehen von ein paar Jugendbüchern habe ich in dem Bereich nie etwas gelesen und weiche auch trotz Empfehlunegn immer wieder aus. Und Sachbücher, denn es gibt einige, die mich interessieren. Bisher habe ich es aber nie geschafft, eins mehr als bis zur Hälfte zu lesen :-/

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  2. Hi Kücki,
    ich versuche auch immer aus der Comfortzone heraus zukommen. Bücher zu lesen die ich sonst nicht lesen würde kann manchmal neue Welten frei legen. Mittlerwiele bin ich deshalb an so vielen Genre interessiert, das sich fast nur noch Bücher kaufen will :D Und ja Graphic Novels und Mangs sind ein Genre was viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, klar gibt es auch dort die typischen Genredrescher, aber eben auch die kleinen feinen Diamanten, die man entdecken muss!

    LG Piglet ♥
    P.S. Wieso hat du ein Buch aus einer Bibliothek in Palm Beach? :D

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