Montag, 9. März 2015

|Rezension| "Steelheart" von Brandon Sanderson

Steelheart | Brandon Sanderson | Orion Books | Englisch | eBook | 2,74€ (evt. wieder teurer) | Kaufen?

Ten years ago, Calamity came. It was a burst in the sky that gave ordinary men and women extraordinary powers. The awed public started calling them Epics. But Epics are no friend of man. With incredible gifts came the desire to rule. And to rule man you must crush his wills.

Nobody fights the Epics...nobody but the Reckoners. A shadowy group of ordinary humans, they spend their lives studying Epics, finding their weaknesses, and then assassinating them.

And David wants in. He wants Steelheart - the Epic who is said to be invincible. The Epic who killed David's father. For years, like the Reckoners, David's been studying, and planning - and he has something they need. Not an object, but an experience.

He's seen Steelheart bleed. And he wants revenge.

WOAH dieses Lied....I think I might be in love *-* ♥ 

Ich bin sicher ihr kennt die Marvelfilme/comics/whatever und entweder gehört ihr zu den Superherolovers oder zu denen, die dieses Zeug einfach nur blöd finden. Ich persönlich mag manche Marvelfilme wirklich gerne, andere hingegen finde ich doof. Ich bin einfach nicht der Typ der perfekte Superhelden mag, ich steh eher auf die Antiheros mit guter Geschichte und tollem Charakter oder auf die tollpatschigen Typen. Jedenfalls auf die, die Charakter haben oder böse sind oder irgendwie anders sind, als Mr. frauenrettender 3-Meter-Oberarm.

Dieses Buch hat mich sehr an einen Marvelfilm erinnert. Ich möchte gleich sagen, dass dieses Review sehr sehr subjektiv ist, da ich das Buch in einer Leseflaute gelesen habe und damit prinzipielle schon schlechte Voraussetzung dafür hatte, dieses Buch zu lieben.


Handwerklich betrachtet spielt Steelheart auf ganz hohem Niveau. Offizielle ist es zwar ein YA Roman, aber man merkt, dass Brandon Sanderson die Reife und das Niveau seiner Adult Bücher auf dieses Jugendbuch überträgt. Denn was World-building, Handlung und Charaktere angeht, da liefert er einfach ab, was man in so einem Buch abliefern muss.

Das Buch spielt in einer zukünftigen Welt, in der sogenannte „Epics“ die Herrschaft an sich gerissen haben. Sie sind eben Superhelden mit mehr oder weniger starken Kräften, aber hier schon der erste Punkt, der sie von den Marvelhelden unterscheidet: Sie sind böse, sehr sehr böse und skrupellos.
Von einem dieser Epics wird nun also Davids Vater getötet und daraufhin schwört dieser, Rache zu nehmen. Diese will er zusammen mit der einzige Rebellengruppe, die es gibt, ausführen: Den Reckoners.


Die Welt die Sanderson hier kreiert erfindet das Rad nicht neu, glänzt aber hier und da mit vielen kleinen Überraschungen, die am Ende auch in eine großen Plottwist enden, und schreibt damit ein Setting, das rundum einfach stimmig ist. Die Grundstimmung ist düster und durch seinen wundervollen Schreibstil schafft es Sanderson einfach, die Stimmung eines Actionfilms einzufangen. Schnell und Actionreich geht es in der Story zu, manchmal haben mir da einfach die Gefühle und vor allem das Feingefühl gefehlt. Sicherlich sind Schlachten und Missionen sehr unterhaltsam, aber, es liegt wohl an mir, ich bin kein Freund von Filmen oder Büchern, in denen viel geballert wird. Ich habe nicht gegen Kampfszenen, ganz im Gegenteil, aber hier kam es mir einfach einen Tick zu viel vor.

Trotzdem erschafft er eine grandiose Story, mit einem wie schon genannten verrückten und total genialen Plottwist am Ende, aber sehr genial und stimmig die Story und das Setting waren: Leider ist der Funke größtenteils bei mir nicht übergesprungen.

Es lag nicht mal an den Charakteren: Mit David haben wir einen großartigen Protagonisten, der nicht perfekt ist, aber durchaus sympathisch rüberkommt. Auf der einen Seite ist er dieser Typ, der seinen Vater hat sterben sehen, Waffen liebt und sein ganzes Leben darin investiert, Steelhearts Tod zu planen, auf der anderen Seite bekommt er es aber nicht mal hin, eine ordentliche Metapher hinzubekommen. Er war einfach ein stimmiger Charakter mit so vielen unklischeehaften und guten Eigenschaften, dass ich eigentlich an seiner Charakterisierung nichts auszusetzten haben dürfte.
Genauso ging es war es eigentlich mit den Nebenfiguren: Die 5 Reckoners, Abraham, Cody, Prof, Tia und Megan waren alle mit viel Liebe zum Detail gestaltet und es fehlte trotz der vielen Personen, die es stellenweise waren, nie an Tiefe. Keine Figur blieb zu blass, aber trotzdem wusste man nicht von Anfang an, was genau den einzelnen ausmacht. Es hat Dynamik und Abwechslung in die Story gebracht, stellenweise auch einfach was über die Charaktere zu erfahren.


Mein Problem war leider nur, dass ich die ersten 300 Seiten einfach nicht mit den Charakteren mitfühlen konnte. Sie waren für mich nicht greifbar, ich habe weder laut aufgelacht oder mit den Tränen gekämpft, sondern eher ziemlich gefühlskalt gelesen. Es war zum schreien. Selten hat man so tolle Charaktere, aber ich wurde einfach nicht warm mit ihnen.
Erst auf den letzten 70 Seiten ist es ihnen gelungen, mein Herz zu erobern, und Gott, wie gerne würde ich ihnen für diese rundum grandiosen 70 Seiten 5 Sterne geben. Die Story hat mich da einfach abgeholt und mitgerissen, ich war total in der Geschichte, dem Setting gefangen, habe mit meinen Charakteren gelitten, es wurde herzhaft gelacht und es flossen mehr als nur ein paar Tränen, aber am Ende war ich sooo geflasht und woah…ich bin immer noch total baff.


Insgesamt finde ich es schwer, dieses Buch zu bewerten. Ich meine, es kann an mir liegen, aber die ersten ¾ des Buches kamen bei mir überhaupt nicht an. Ich musste mich trotz des handwerklich grandiosen Buches wirklich zum Lesen zwingen und mir waren auch leider die Charaktere egal. Doch als hätte jemand einen Schalter umgelegt, da wurde das letzte Viertel für mich einfach umwerfend. Auf einmal ist die Story bei mir angekommen und ich habe angefangen, mich total in das Gesamtbild des Buches zu verlieben und war total traurig, als das Buch zueende war. Wie soll ich das bitte bewerten? Die ersten 300 Seiten war eher so 3,5 für mich, doch die letzten 70 glatte 5 Sterne. Also vergebe ich mal 4. Oder 4,5, da  ich wirklich glaube, dass es an mir lag, dass dieses Buch nicht vollkommen perfekt war.


Kommentare:

  1. Wahh kücki ♡♡♡♡
    Ich will das buch sooo gerne lesen ♡
    Hab die leseprobe gelsen und war voll und ganz begeistert
    Ich beneide dich so das du es gelesen hast und das es dir auch noch gut gefallen hat :)♡
    Außerdme echt schöne rezi
    LG Anna

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    1. Hey Anna :) ♥
      Oh, dass soltest du, ich denke, es könnte dir wirklich gefallen!
      Aber ich würde vielleicht auf Teil 2 warten, falls du es auf Deutsch liest :D Der Cliffhanger ist...naja, nicht sooo hamer gemein aber...doch schon irgendwie^^
      Haha, Danke, ich bin scho gespannt auf deine Meinung ♥
      Danke ♥

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  2. Huhu :)

    Ich kann total nachvollziehen, was du mit den Charakteren meinst. Ging mir genauso! Ich hatte nicht wirklich etwas an ihnen anzumäkeln, aber irgendwie hatte ich keine Verbindung zu ihnen, bis zu den letzten Seiten. Ab da hätte ich gleich nochmal paar hundert Seiten lesen können :)
    Auf den zweiten Band bin ich auch schon sehr gespannt ^-^

    Alles Liebe ♥

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    1. Huhu :)

      Oh, freut mich dass ich nicht die Einzige bin, der es so ging!
      Ging mir genauso, schade eigentlich, dass es nicht schon früher geklappt hat mit mir und den Charakteren, aber bessser später als nie :D
      Oh ich auch^^

      Liebe Grüße
      Kücki ♥

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  3. Puuuuh, es hat dir doch noch gut gefallen! Ja, manchmal braucht es etwas Zeit und ich weiß noch das ich zu Beginn des Buches auch mit mir gehaddert habe. Aber mit der Zeit entwickelt sich die Story. Scheint Sanderson-Typisch zu sein, da es bei Mistborn ähnlich ist.

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    1. Ja, ich bin auf jeden Fall auch total froh! :D
      Stimmt, wobei ich das Gefühl hatte, das es bei Mistborn doch ein bisschen schneller besser wurde, Steelheart hat wirklich sehr lange gebraucht, aber hey, am Ende war es doch noch toll :D ♥

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