Donnerstag, 19. März 2015

|Gedankenkarusell| Warum ich lese



Heute möchte ich mal wieder einen etwas sentimentaler Post schreiben, einfach nur mal für mich, aber trotzdem habe ich entschlossen, ihn mit euch zu teilen. Dieser Post wird sich einfach um die Frage drehen: „Warum lese ich eigentlich?“. Ich weiß, das scheint eine ziemlich, ziemlich simple Frage zu sein, aber habt ihr wirklich schon mal genau darüber nachgedacht? Ganz ehrlich, ich noch nicht. Und deswegen werde ich nun ungefiltert meine Gedanken niederschreiben, danach nichts überarbeiten und diesen Post in seiner rohen, ehrlichen Form online stellen.

 
Wie ich auf dieses Thema komme? In Englisch haben wir nun die Möglichkeit, ein 4wöchiges rund um das Thema „Love Reading“ selbst auf die Beine zu stellen. Wir dürfen alles machen, was irgendwie mit Büchern zu tun hat. In diesem Zusammenhang dachte ich, könnte ich, als Buchbloggerin, natürlich was machen. Ich wollte ein Buch vorstellen und einen Poetry Slam über das Lesen schreiben. Doch da fiel mir ein: Was bedeutet mir Lesen denn eigentlich?

Wenn ich mir meinen Buchblog so anschaue, dann rede ich immer nur über Bücher. Ich schreibe Rezensionen über Bücher, die ich gelesen habe, ich schreibe Neuzugänge Post und Monatsrückblicke. Mache TAG’s und schreibe Diskussionen über Bücher. Aber warum schreibe ich nicht auch mal über das Lesen an sich? Amelie und meine Englischlehrerin haben mich nun inspiriert, dies nun einfach mal zu tun.

Warum lese ich? Ich weiß noch, damals, als ich noch ein kleines Kind war, hat mir meine Mutter immer Geschichten vorgelesen zum einschlafen. Märchen, Bibi Blocksberg, Disney Geschichten, Kinderbücher eben. Jeden Abend war das für mich das absolute Highlight. Ich habe es geliebt, mich in meine Decke zu kuscheln, Kopf auf das Kissen, meine Schwester neben mir auf dem Kissen, meine Mutter neben uns, das große Buch aufgeschlagen, sodass wir all die bunten Bilder sehen konnten, die sich auf den Seiten versteckten. Ich weiß nicht, immer wenn sie dann angefangen hat, die vertrauten Geschichten vorzulesen, dann fühlte ich mich einfach … zu Hause. Ich weiß nicht ob ihr wisst was ich meine, aber das waren diese Momente, in denen du einfach in deinem Bett liegt, die Stimme deiner Mutter die Geschichten erzählt, du die Wärme deiner Decke spürst, vor deinen Augen eine Geschichte entsteht und du einfach weißt: Dieses Gefühl ist etwas besonderes.

Als ich älter wurde, wollte ich unbedingt noch mehr von diesem Gefühl haben, und als ich endlich in die Schule kam, wollte ich vor allem eins Lernen: Lesen. Ich wollte mehr Geschichten, neue Welten erkunden, öfter diese Wärme spüren und anderen Menschen vorlesen. Sehr schnell lernte ich das lesen, und entschied dann, mit 7 Jahren, dass ich nun alt genug war, mein erstes eigenes Buch zu lesen. Meine Mutter ließ mir dabei freie Wahl. Dafür bin ich hier bis heute Dankbar. Sie ließ mich aussuchen, was ich lesen wollte, da sie wusste, ich würde damit umgehen können. Und so fing die kleine Kücki an, in einem Buchkatalog zu blättern, und als sie auf der Kinderseite angelangt war, fiel ihr ein Buch ins Auge. „Tin-ten-herz, Mama, dieses Buch möchte ich haben“. Meine Mutter etwas skeptisch, bestellt das Buch, und zwei Tage später lag das 500-Seiten-Abenteuer auf meinem Bett. Sofort fing ich an zu lesen, ließ mich weder von der kleinen Schrift abschrecken, noch von den wenigen Bildern, und schon gar nicht von der Dicke. Oft wurde ich gefragt, ob meine Mutter mir vorlesen sollte, doch ich verneinte: Dies wollte ich ganz alleine schaffen. Ich brauchte fast 3 Monate, um Tintenherz zu lesen, jeden Abend las ich nur ein kleines bisschen, aber ich habe das Buch geliebt. Maggie und Mo und Staubfinger haben immer noch einen Platz in meinen Herzen. Als ich damals Tintenherz gelesen habe, da habe ich einfach gewusst: Von diesem Gefühl möchte ich mehr. Viel mehr. Den Geruch von Papier, das Rascheln der Seiten, die duftende Tinte, die Fantasie zwischen den Zeilen. Davon konnte ich nicht genug bekommen. Und so begann ich, Dauergast in unserer kleinen Bibliothek zu werden. Dort lieh ich mir Harry Potter aus, der meine Liebe zum Lesen auf einen neuen Höhepunkt brachte. Ich fühlte mich verstanden, habe jedes Jahr eine neuen Teil von Harrys Abenteuern gelesen und jedes Jahr gemerkt, wie ich von Buch zu Buch wachse, körperlich und mental. Und trotzdem, obwohl ich älter wurde, so blieben die Bücher doch gleich: Einladende, flüsternde Seiten und Tinte, die mich mit Wärme und Fantasie immer wieder nach Hause holten.
Nach Harry  Potter gab es viele Einzelne Bücher, aber lange Zeit rückt das Lesen etwas in den Hintergrund. Bis ich dann mit 11 Jahren anfing, Twilight zu lesen. Ich gebe es zu: Edward und Bella haben mich wieder daran erinnert, warum ich das Lesen so geliebt habe. Sie haben mir gezeigt, dass es nun Zeit wird, eine neue Abteilung in der Bibliothek zu erkunden: Die Abteilung der Jugendlichen und Erwachsenen. Und somit begann meine Liebe zum Lesen wieder zu blühen. Heute lese ich jeden Tag, sooft wie möglich, so viel wie möglich, und ich Blogge darüber, und das zusammen ist einfach wunderbar.

Doch warum ist mir lesen so wichtig? Lesen bedeutet für mich zu Hause, Heimat, Wärme. Ich habe das Gefühl, sobald ich ein Buch aufschlage, eine neue Welt zu betreten, die fremd und vertraut zugleich ist. Wenn ich ein Buch aufschlage, dann betrete ich ein Tor, in eine andere Welt. Wenn ich lese, dann kann ich alles sein, was ich will. Ich kann überall sein, wo ich will. Ich kann Dinge lernen und erfahren, die ich nie gekannt hätte anders. Ich fange an über Dinge nachzudenken, über die ich vorher nie nachgedacht habe. Ich lese und lese und habe das Gefühl, so viel dabei mitzunehmen.
Das Lesen ist mein Lehrer, mein zu Hause, aber auch meine Fantasie. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie leer meine Kindheit ohne Harry Potter gewesen wäre, wie trostlos, grau und engstirnig. Viele Kinder, die nicht lesen, was tun diese Kinder? Ich kann mir nicht vorstellen, ohne die bunte Fantasiewelt der Bücher durch eine ziemlich graue Realität zu laufen. Sicher, die Realität kann schön sein. Lesen ersetzt auf keinen Fall echte Abenteuer, echt Freunde oder echte Erfahrungen. Aber sie helfen dir. Mir gibt Lesen irgendwo auf Hoffnung, Lesen verbindet mich mit anderen Menschen. Lesen ist kein Hobby. Lesen ist…eine Lebenseinstellung. Falls das nicht übertrieben klingt. Lesen sagt mir, ich bin neugierig, ich bin gespannt, ich bin voller Fantasie. Lesen sagt mir, ich möchte neues Erfahren, ich möchte etwas lernen, ich möchte das Leben hinterfragen. Wenn ich lese bin ich nicht die kleine Kücki, ich bin das Mädchen, das in Flammen stand, der Junge, der überlebte. Ich bin Divergent, ich weiß wer hinter Eriks Maske steckt, ich habe die Salzminen überlebt, ich habe Hitler getrotzt, ich bin der Dämonenkönig, ich bin Teil einer Rebellengruppe, ich bin unendlich, ich bin …am Lesen. Und dann bin ich wieder Kücki, die begeistert, auf ihrem Blog von ihren Abenteuer erzählt. Ich bin Abenteurerin, und mein Dauerticket ist das Lesen. 

Warum lese ich also? Weil Lesen Abenteuer bedeutet. Weil Lesen Wissen bedeutet. Heimat. Fantasy. Wärme. Weil Lesen mich mit anderen Leuten verbindet. Weil Lesen zu meinem Leben gehört. Weil Lesen eine Chance ist, eine Möglichkeit. Eine Lebenseinstellung. Ein Hobby. Eine Leidenschaft. Und vor allem eins: Nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. 

 So ich hoffe, der Post war nicht zu sentimental :D
Erzählt mir eure Geschichte. Warum lest ihr? Schreibt einen Kommentar oder vielleicht sogar einen ganzen Post dazu. Ich möchte so gerne eure Geschichten hören.

Kommentare:

  1. Liebe Kücki ♥
    Ich bin wirklich absolut begeistert von diesem wunderschönen Post *.*
    Du sprichst mir wirklich aus dem Herzen, den Lesen ist etwas ganz besonderes und ich weiß gar nicht an welchem Punkt in meinem Leben ich ohne meine geliebten Bücher stehen würde. Sie beeinflussen mich als Leser sehr stark, den wie du sagst bilden sie nicht nur eine Heimat in der man immer willkommen ist sondern sind auch Lehrer und gleichzeitig Stützen in schweren Zeiten. Meine Schwester liest auch sehr gerne, aber ich denke bei ihr ist das einfach nicht das selbe wie bei mir. Für sie ist es Hobby nebenbei, aber für mich ist es einfach mehr ♥
    Ich liebe es in Büchern zu leben und werde es auch solange ich atme tun. :)

    Dieses Beitrag war einfach nur wunder-, wunder-, wunderschön.
    Beautiful *.*
    Amazing *.*
    Great *.*
    Fantastic *.*
    Awesome *.*

    Danke für diesen schönen Text :)
    Mit diesen Gedanken werde ich gleich mein aktuelles Buch fortsetzen!
    Ich umarme dich ganz lieb, lasse dir ein wenig Unicornglitzer da & die allerbesten Lesergrüße,
    Jasi ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
    *die von deinen Worte gerade total beflügelt ist*

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  2. Huhu!
    Oh Gott, das hast du wirklich so wunderschön gesagt und ich hatte das Gefühl, dass du meine Gedanken gelesen hast, denn ich empfinde ganz genauso. Vielleicht werde ich ja wirklich auch dazu einen Post machen :) Danke für diese schönen Worte, einfach weil sie mich irgendwie glücklich gemacht haben :) ♥
    Viele liebe Grüße, Ambria ♥♥♥

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    1. Hey :)
      Ich habe auch einen Post zu diesem Thema verfasst :) Wenn du Lust hast, kannst du ja mal vorbeischauen, ich würde mich freuen ♥
      http://causeilivebooks.blogspot.co.at/2015/03/lets-talk-warum-lese-ich-eigentlich.html
      Allerliebste Grüße, Ambria ♥♥

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  3. Interessanter Post und interessante Postkategorie. Das Banner dazu ist einfach wunderbar ^^
    Ich glaube, da habe ich auch Lust, mal einen Post drüber zu schreiben, dass ich eigentlich meine Geschichte dann nicht hier schreiben will :-)

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  4. Wundervoller Post, liebe Kücki! Ehrlich, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, außer, dass ich dir dabei nur in allen Punkten zustimmen kann!

    Ich liebe das Lesen, weil ich andere Leben entdecken kann, weil ich in andere Menschen schlüpfen und deren Geschichten miterleben kann, aber irgendwie liebe ich auch alles drumherum. Ich liebe es nicht nur, mein Buch in der Hand zu halten und in die Geschichte einzutauchen, sondern auch, anderen von den Büchern zu erzählen, auf meinem Blog darüber zu schreiben und darüber einfach nachzudenken.
    Manchmal frage ich mich, ob ich ohne meinen Blog auch so viel lesen würde wie ich es gerade tue. Würde ich Lesen dann immer noch als meine Leidenschaft bezeichnen oder wäre es dann bei mir auch nur ein Hobby nebenbei?
    Irgendwie gehört der Blog für mich so sehr dazu und ich bin so froh, dass ich darüber die Möglichkeit habe, mich mit anderen über Bücher auszutauschen und diese Leidenschaft richtig auszuleben <3

    Liebe Grüße
    Chrisi

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  5. Ein wirklich schöner Text Kücki! Und Wundervoll, dass dich deine Mama schon von klein auf für Geschichten begeistern konnte! Und "Tintenherz" als erstes Buch? Nicht schlecht Herr Specht!

    Mir sprichst du mit deinem Beitrag ganz aus dem Herzen! Nur leider habe ich das Gefühl, das es mir schwerer fällt mich auf die Bücher einzulassen, je älter ich werde. Man hat einfach schon so vieles gelesen und einige Bücher kommen einen nur noch vor, wie ein alter Hut. Ich finde das sehr schade, wüsste aber nicht was ich dagegen unternehmen könnte :/

    Liebe Grüße,
    Tina

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  6. Liebe Kücki,

    ich bin sprachlos! Absolut sprachlos.
    Mit deinen wundervollen Worte hast du mich gerade emotional so sehr berührt, mir so aus der Seele gesprochen. Bevor ich meine Gedanken also mit dir teile, muss ich zu aller erst einmal Danke sagen für diesen wundervollen Beitrag! Wahnsinn.
    Ich finde es wirklich sehr schön, zu Lesen, warum jemand liest. Denn du hast recht. Wir reden oder schreiben ständig über Bücher, aber nie über das Lesen selbst. Und das ist doch das große "Wunder".
    Somit muss ich mich die Tage doch unbedingt auch einmal hinsetzten und mir Gedanken zu diesem Thema machen.
    Tintenherz. So fing es bei dir also an. Ist das nicht unheimich passend? Fasst schon Schicksal. Auch ich liebe Tintenherz, habe es unzählige Male gelesen und liebe es einfach. Zu schade, dass ich nicht mehr sicher weiß, welches mein erstes "richtiges" Buch war. Umso schöner, dass du dieses Erlebnis mit Tintenherz hattest.
    Auch Harry Potter ist in dieser Hinsicht so prägend...
    Und dann kam der Teil deines Textes, der mich aus der Bahn geworfen hast. "Lesen ist eine Lebenseinstellung". Wow. Sprachlos. Aus all deinen Worten spricht so viel Liebe, dass ich sofort glücklich werde, wenn ich sie lese. Denn so wie vielen anderen sprechen sie auch mir aus der Seele. Ich hättte es wohl nur nicht gschafft, das so treffend auf den Punkt zu bringen...
    In dieser Hinsicht wünsche ich dir eine Gute Nacht mit einem tollen Buch, dass dich in ferne Welten entführt. Vielleicht sogar in die Tintenwelt...

    Liebste Grüße,
    Franzi
    (himmlischerfedertraum.blogspot.de)

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