Dienstag, 19. August 2014

|Rezension| "Die 5 Leben der DaisyWest" von Cat Patricks

Die 5 Leben der Daisy West | Cat Patricks | Boje Verlag | Deutsch | 14,99€ | Kaufen?

 
 Daisy ist fünfzehn – und schon mehr als ein Mal gestorben. Sie lebt waghalsig, denn sie weiß, dass es Revive gibt, ein Medikament, das ins Leben zurückhilft, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Da diese Medizin hochgeheim ist, muss Daisy nach jedem Tod eine neue Identität annehmen und an einen anderen Ort ziehen. Bisher hat sie daher meist isoliert und ohne enge Freunde gelebt. Aber dann findet sie an ihrer neuen Schule nicht nur völlig unverhofft eine beste Freundin, sondern verliebt sich auch noch Hals über Kopf. Zum ersten Mal lässt Daisy sich wirklich auf das Leben ein. Da entdeckt Daisy, dass sie Teil eines großen Experiments ist. God, der zwielichtige Leiter des Revive-Programms, hat viele Menschen auf skrupellose Weise rekrutiert und behandelt sie wie Versuchskaninchen. Daisy begehrt auf. Und setzt damit ernsthaft und unwiederbringlich ihr Leben aufs Spiel ...

 Dieses Buch habe ich ihm Rahmen von meiner und Maras SuB-Abbau-Challenge gelesen. Die liebe Anna hat diese SuB Leiche ausgegraben und mich dazu gebracht, es endlich zu lesen. Endlich ist es also von meinem SuB befreit :D Danke Anna :)

Der Titel spricht doch für sich oder? :D Irgendwie finde ich das Lied ja ganz cool, nicht das Beste Lied ever, aber ganz hübsch :)

In letzter Zeit fällt es mir schwer, etwas über den Schreibstil von Büchern zu schreiben, da ich in letzter Zeit immer nur Bücher begegne, die keinen hervorstechenden Schreibstil besitzen. Natürlich, sie sind flüssig und gut zu lesen, sie habe ein oder zwei gute Zitate, die man eventuell gut in eine Rezension schreiben kann, aber ansonsten ist kaum etwas zu ihnen zu sagen. Natürlich, Patricks hat in ihrem Buch an entsprechenden Stellen Spannung aufbauen können, sie hat ganz gute Emotionen zugelassen und mir ist auch nichts negatives an ihrem Schreibstil aufgefallen. Nur, dass er eben nur durchschnitt ist. Es gibt keinen feinen Humor, doppelte Böden, Sarkasmus, Pointe oder irgendwelche andere Besonderheiten, die man erwähnen müsste. Manche Bücher haben Stilmittel, manche Bücher sind in Versform geschrieben, manche Bücher haben besondere Schreibstile…und manche Bücher, wie „die 5 Leben der Daisy West“ lassen sich zwar gut lesen, aber mehr auch nicht.


„Die 5 Leben der Daisy West“ wollte ich schon sehr lange lesen. Der Inhalt hat mich immer angesprochen, aber irgendwie habe ich das Buch aus den Augen verloren. Und nun irgendwie…war ich doch etwas skeptisch.

Die Geschichte um Daisy beginnt mit einem temporeichen, vollkommen vielversprechenden Einstieg. Daisy stirbt. Sie wird von einer Biene gestochen, hat ihren EpiPen vergessen…und stirbt, nun zum fünften Mal. Dieser Einstieg war einfach großartig und hat mich sofort in die Geschichte gerissen.

Und danach brauchte ich viel, viel Geduld. Denn die Geschichte um Daisy entwickelt sich sehr langsam. Am Anfang merkt man es nicht: Daisy berichtet von ihrem Leben, oder der Art, wie sie lebt. Denn Daisy ist eines von 14 Kindern, welche Allesamt Testpersonen für ein neues Medikament sind. Revive. Doch Revive ist kein Mittel gegen Grippe, Alzheimer oder Krebs. Es ist ein Mittel, dass Menschen kurz nach ihrem Tod verabreicht, sie wieder zurück ins Leben holen kann. Allerdings nur, wenn der Mensch durch einen Unfall oder Ähnliches Gestorben wäre. Daisy ist nun insgesamt schon 5x gestorben und nach jedem Tod muss sie eine neue Identität annehmen und umziehen. Nach dem Bienentod zieht sich nach Omaha, eine kleine Stadt in Nebraska, wo sie allerdings das erste Mal Freunde findet, sich verliebt, und eben anfängt, dass ganze Projekt mal zu hinterfragen.

Daisy war mir als Hauptperson nicht unbedingt sooo sehr sympathisch. Sie war eine Protagonistin, mit der ich klarkomme, die ich ganz nett finde, aber die mich nicht so sehr für sich einnehmen kann, dass ich mit vollem Herzblut ihre Geschichte verfolge. Daisy ist für mich ein zu Mainstream-hafter Charakter. Sie ist intelligent, ganz sportlich, ziemlich nett, sieht eigentlich ganz hübsch aus, findet sich aber nicht so hübsch, ist schüchtern, andererseits aber auch nicht zu schüchtern…Irgendwie fehlte Daisy ein Charakterzug, der hängen bleibt. Doch leider ist es so, dass ihr ganzer Charakter sich nach Revive richtet. Das Programm und seine potenziellen Schwachstellen, seine Mitarbeiter und Überzeugungen machen ihren Charakter aus. Dadurch verliert sie eben Persönlichkeit. Was ich persönlich auch ziemlich seltsam fand, war, dass ihre Lebenseinstellung als „waghalsig“ und „riskant“ beschrieben wurde. Ich meine, da balanciert sie einmal auf einem Geländer, aber ansonsten tut sie nicht wirklich viele andere Halsbrecherische Dinge. Ich meine, ihre Hobbies (und ihre besten Eigenschaft) sind Lesen und Bloggen. Und nichts gegen diese Hobbies, das sind ebenfalls meine größten, aber ich habe nicht das Gefühl, dass man diese als „risikoreich“ beschreiben könnte. (Obwohl…….mir ist mal ein Buch fast auf den Kopf gefallen o.O Ich sags dir ich leb gefährlich :O)

Aber genug von Daisy, sie war keine schlimme Protagonistin, aber sie war jetzt auch nie die beste Protagonisten, die ich nie vergessen werde. Wen ich hingegen mochte, waren viele der Nebenpersonen. Zum Beispiel Audrey. Sicherlich, sie war vielleicht die etwas Klischee-Beste-Freundin, andererseits hatte sie auch was Besonderes an sich. Zuerst passt vieles bei ihr nicht zusammen und man erwartet wirklich schon den oberklischeehaften Schwangerschafts-Plot-Twist…aber die Eigentliche Wendung ist viel tiefgründiger und besser für die Geschichte, außerdem ist sie wirklich logisch. Und abgesehen davon, was mir Audrey sowieso sympathisch, immer fröhlich, ohne dabei zu nerven, total liebenswürdig, herzensgut und vollkommen sympathisch. Auch Daisys andere Freundin Megan fand ich toll. Denn in diesem Buch ist es zwar so, dass Megan transsexuell ist, aber dieses Thema ist zum ersten Mal ganz normal in ein Buch integriert. Wirklich. Es wird nur kurz erwähnt und ansonsten gehört es…einfach dazu. Keine Moralpredigt, sondern Normalität. Das hat mir wirklich gefallen.

Ansonsten…ja, die restliche Charaktere fand ich ganz okay, Matt war mir stellenweise etwas unsympathisch und…irgendwie konnte ich sein handeln manchmal nicht nachvollziehen, aber insgesamt waren er, Mason und all die anderen Charaktere mehr oder weniger sympathisch, aber nicht wirklich einprägsam.

Aber zurück zur sich langsam entwickelnden Story, denn während der Anfang sehr spannend war, super in die Geschichte geführt hat, so war der Großteil des Mittelteils eher…langweilig. Es ging mehr um Daisy, wie sie sich nun in die Highschool einfindet, es ging darum wie sie sich in Matt verliebt, um ihre Freundschaft mit Audrey und das Ganze driftete mehr in eine (wenn auch manchmal echt witzig/tragische) Highschool Geschichte mit Drama ab und Revive und das Programm rückten in den Hintergrund. Nach einer kleinen Wendung allerdings nimmt die Geschichte wieder fahrt auf und es wird zum Ende hin wirklich, wirklich spannend, da sich auf einmal viele Teile zusammenfügen und auch am Ende selbst eine sehr überraschende Wendung kommt. Auch das schlussendliche Ende hat ganz gut gefallen, da es nicht nur gut gepasst hat, sondern auch stellenweise sehr realistisch war.

Was mich allerdings sehr gestört hat, war, dass ich am Ende viel mehr Fragen hatte als am Anfang. Denn während Daisy anfängt, auf den letzten 70 Seiten das Programm auseinanderzunehmen und Dinge aufzudecken, so wirkt das Ganze einerseits gehetzt, andererseits bleiben sehr viele Fragen offen, die die Autorin sogar noch eigenmächtig am Ende nennt. Ich weiß nicht, ob das Absicht war/ist, aber ich persönlich habe bei einem Einzelband lieber eine Abgeschlossene Geschichte, bei der die meisten meiner Fragen am Ende beantwortet sind.

 „Die 5 Leben der Daisy West“ ist ein gutes Buch mit einem sehr interessanten Konzept. Die Grundidee des Buches lässt viel Spielraum und Freiraum für viele verschiedene Wege, die die Geschichte einschlagen kann. Leider stolpert das Buch dabei über seinen Mix aus Contemporaryhauch und Thrillerstimmung. Denn durch die unglückliche Verlagerung der Schwerpunkte werden die knapp 300 Seiten des Buches falsch genutzt, da wir uns an unwichtigen Dingen zu lange und an wichtigen Dingen zu wenig aufhalten. Natürlich kann es auch sein, dass ich persönlich mehr Spannung und insgesamt ein bisschen was anderes erwartet hätte. Trotzdem hat mir das Buch vor allem durch den letzten Teil noch ganz gut gefallen, sodass ich 3,5 Sterne vergebe.


Cat Patrick wurde am 18. Januar 1974 in Cheyenne, Wyoming geboren. Ihren "ersten" Roman, Dolly the Purple Spotted Dolphin, hat sie schon als 8-jähriges Mädchen geschreiben und an alle Familienmitglieder verteilt. Nach eigenen Angaben ist sie in der herbstlichen Jahreszeit am produktivsten, "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak ist ihr Lieblingsroman, wenn sie nur einen auswählen müsste, und das Konzert, dass ihr bis heute am besten gefallen hat, war jenes der kanadischen Indie-Rockband Arcade Fire. Für sie gehört zu einem perfekten Tag: Kaffee, lustige, Leute, Filme und Wein. Cat Patrick lebt mit ihrem Mann und ihren Zwillingstöchtern in der Nähe von Seattle. "Forgotten" ist ihr Debütroman. 2012 erscheint mit "Die fünf Leben der Daisy West" ihr aktueller Roman in deutscher Sprache.

Kommentare:

  1. Toller Blog, gerade entdeckt und gleich mal deine Leserin geworden :)
    Schau doch mal vorbei, habe ein neues Design und bin gespannt auf dein Feedback!

    Alles Liebe
    Jenny von http://jemasija8.blogspot.de/

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    1. Dankeschön, Herzlich willlkommen hier :) ♥
      Ich bin schon länger Leserin bei dir und finde deinen Blog total schön *-*

      Liebe Grüße
      Kücki ♥

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