Samstag, 9. April 2016

|Gedankenkarusell| Eine kleine Geschichte über die Zukunft...

Hallo ihr Lieben! Heute habe ich micht entschieden, mal einen sehr persönlichen Text mit euch zu teilen. Wir ihr wisst, schreibe ich ja unglaublich gerne. Am liebsten Poetry Slams oder kleine Texte, die unbearbeitet und ungeformt auf meinem PC schlummern, mit Worten geformt, die einfach aus mir rausströmten, und genau in dieser Form festgehalten wurden. Ohne bearbeitet zu werden, unperfekt und roh, aber vielleicht trotzdem irgendwo genau richtig so. Irgendwie echt. Keine Ahnung. Jedenfalls traue ich mich häufig nicht, diese Text zu teilen. Sie sind persönlich, sie sind unprofessionell, aber sie sind immer irgendwo auch Kücki. Und vielleicht gehören sie dadurch einfach auch zu diesem Blog.

Jedenfalls denke ich momentan sehr viel über die Zukunft nach, wie ihr alle mitbekommen habt. Und zwischen Unirecherchen und Auslandsplänen, Klausuren und Tagträumen gibt es da noch eine Situation, die ganz anders ist, nämlich die Stillen Momente, wenn man nachts im Bett liegt, und die Gedanken auf einen einströmen. Deswegen möchte ich heute mit euch eine kleine Geschichte über die Zukunft teilen. In der Hoffnung, dass sie euch vielleicht gefällt.




Sie ist schon ein komisches Geschöpf, diese Zukunft. Steht auf einmal vor meiner Tür, gerade, als ich mit meinen Freunden Vergangenheit und Gegenwart am Plaudern war, unterbricht meinen Gedankenfluss, und fordert mich zu einem Spaziergang unter grauen Wolken und goldenen Hoffnungsstreifen auf. Möchte mit mir zusammen an der Promenade des Lebens lang spazieren, im Buchladen der Erinnerungen nach Momenten stöbern, die es wert sind, erneut gelesen zu werden und im Eiscafé Süßigkeiten mit Geschmacksrichtungen aller Gefühle probieren. Sie ist schon ein ärgerliches Geschöpf, diese Zukunft, wenn sie neben mir im Bett liegt und mir das Gefühl gibt, etwas falsch zu machen, wenn sie neben mir am Schreibtisch sitzt und auf den Berg Arbeit sieht, den es noch zu tun gibt oder wenn sie neben mir steht und mich fragt, warum ich nicht gesagt habe, was in meinen Gedanken kreist. Sie ist schon ein hartnäckiges Geschöpf, wenn sie sich selbst in meinen Kopf einlädt, mit ihren Nachbarn Dinge ausheckt um meinen eigenen Verstand zu betrügen, wenn sie sich selbst zum Tee an meinen Thementisch einlädt und meine wohlsortierten Gedanken für den Tag aufwühlt. Aber am meisten ist sie ein furchtsames Geschöpf, wenn sie mich als mein Spiegelbild mit großen Augen anstarrt und Antworten auf Fragen sucht, die ich schon so oft niedergeschrieben und wieder zerrissen habe.

Aber eigentlich habe ich keine Angst vor ihr, dieser Zukunft, so ist sie doch eigentlich ganz ungewiss und offen, ein kleines Kind, das man mit Gedanken und Ideen füllen muss, noch kaum begonnen, zu leben und erleben, zerbrechlich und klein in meinen Händen, hoffnungsvoll, nicht zerdrückt zu werden, wenn ihr großer Bruder Leben auf meine Schultern hobst. Eigentlich ist sie harmlos, so klein und zart und ungewiss, wenn sie sich zusammen mit mir vor ihren Schwestern versteckt, die Erwartungen heißen. Es sind strenge Schwestern, und ich weiß wir beide haben ein bisschen zu viel Angst vor ihnen. Sie sind die Schatten an den Wänden, ein ungewisser Nebel der Gedanken. Sie sind meine Familie, meine Freunde. Aber sie sind auch meine Lehrer, meine Mitschüler, Menschen, die mir nicht wohlgesonnen sind. Sie sind Klausuren und Prüfer und Bewerter. Aber das alles wäre nicht so schlimm, wären sie nicht am allermeisten genau wie ich. Wären sie nicht so schnell enttäuscht, so schnell zu groß, so schnell zu anspruchsvoll.

Und manchmal, da laufe ich einsam am Strand meines Lebens entlang, und lass die Gedankenfluten Wellen schlagen, während ich Ideen in Form von Steinen über ihren Spiegel hüpfen lasse. Da erzählt mir die Gischt Geschichten aus längst vergangenen Tagen, ein Kinoprogamm, das ich im Herzen trage. Draußen auf dem Meer fahren Schiffe, und wenn ich in der Ferne gucke, dann sehe ich, dass dort ein Hafen ist. Vorbei an Parks, wo die Lebensbäume der Vergangen Jahre wachsen, an Fabriken, wo sorgfältig Wissen und Talente gelagert werden, dort steht ein Hafen, groß und im Nebel verhüllt. Und vorbei am Ghetto der schlechten Erinnerungen und Eigenschaften, vorbei am stillgelegten Jahrmarkt der Kindheit, steht ein kleines Mädchen am Hafen, das noch wachsen will. An seinen Seiten zwei Schattengestalten, und hinter ihnen ein Bruder, so groß und breit wie das Leben selbst. Und auf einmal verschmelzen sie alle zu einer Person, Zukunft und Gegenwart und Vergangenheit, Leben und Erwartungen, gut oder schlecht, sie kommen zusammen bis ich nur noch eine Person sehe, die mir im Weg steht. Ein Spiegelbild meiner selbst. 

Ich weiß nicht, wie lange ich schon vor diesem Spiegel stehe, in dem sich Leben, Zeit und Erwartungen spiegeln. In dem sich Kindheit und Jugend und alles, was dazwischen ist spiegelt. Und in dem ich vor allem mich selbst betrachten kann. Ich weiß, noch bin ich nicht bereit mein kleines Dorf zu verlassen, mit meinem Kirmes der Kindheit, meinen Buchläden, die Erinnerungen hüten, meinen Eiscafé in dem ich Gefühle schlecken kann und Häusern, in denen Gedanken wohnen. Aber eines Tages werde ich den Spiegel zerschlagen, und mit einem Schiff auf’s Meer rausfahren, wo meine Ideen und Träume Wurzeln schlagen. Ich glaube, von weitem kann ich schon das Festland sehen, unbebaut und neblig, aber auf festem Grund. Wartend darauf, dass ich kommen werde, um es zu bebauen. Wartend darauf, gefüllt zu werden. Mit allem, was mich ausmacht. Und ich weiß: Nicht mehr lange, dann ist es so weit. 

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Vielen Dank für's Lesen :) Vielleicht mögt ihr ja eure Meinung dalassen, egal, ob es euch gefallen hat oder nicht, ich freue mich über Kritik und Anregungen :)

Möchtet ihr vielleicht mehr Texte lesen? Und geht es euch manchmal genauso, wie der kleinen Kücki in der Geschichte?

Kommentare:

  1. Oh Kücki! Das ist so wunderschön! Der Text, den du da verfasst hast, ist einfach großartig, so echt und ganz bestimmt nicht unprofessionell :) Den Anfang mag ich am liebsten, du hast einen so so so schönen Schreibstil. Falls du später mal ein Buch schreibst, will ich es auf jeden Fall lesen!
    So würde ich mich aber auch voerst mit anderen Texten von dir begnügen :D Wenn sie dir also nicht zu persönlich sind, trau dich ruhig, diese Worte brauchst du nicht zu verstecken.

    Alles Liebe,
    Noemi

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  2. Huhu meine liebe, wundervolle Kücki ♥

    Eines der wichtigsten Dinge bei Büchern ist für mich immer, das ich mit mit der Protagonistin identifizieren kann. Das ich aus der Geschichte etwas mit hinaus ins große, kunterbunte Leben nehmen kann. Und selbst wenn es nur ganz klitzekleine Kleinigkeiten sind, irgendwie bleibt immer ein wenig hängen. Und bei deiner Geschichte, deiner wunder-, wunder-, wunderschönen Geschichte, sind natürlich auch viele Worte und Gedanken in meinem Herzen hängen geblieben. ♥

    Es ist so schön, das du deine Gefühle und Gedanken zum Thema Zukunft mit uns so offen teilst. Auch wenn du schreibst, das es dir schwer fällt. Dabei hast du so ein wundervolles Inneres, einen schillernden Garten mit sprühenden Ideen und einem strahlenden Gemüt. Das alles spürt man so deutlich, wenn man deinen Text liest. Ich kenne dich nun schon eine ganze Weile (eine wundervolle Weile ♥♥♥) und doch kommt es mir so vor, als hätte ich dich durch diese Worte noch einmal ganz neu kennengelernt. Du bist Kücki, die Englischqueen. Kücki, die Sängerin. Kücki, die Notentänzerin. Kücki, die Weltenentdeckerin. Kücki, die Tänzerin. Kücki, der Sonnenschein. Kücki, die Leserin. Und nun auch Kücki, die Schreiberin. Kücki, die Buchstabenzauberin. Kücki, die Autorin. ♥ :)

    Ich weiß gar nicht, mit welchen Worten ich dir am besten sagen soll, wie gut mir dein Text gefallen hat. Er ist einfach zauberhaft! :) Und ich liebe deinen Schreibstil wirklich sehr! Am liebsten würde ich gleich noch hundertausend Texte von dir lesen. Mich von deinen Worten treiben lassen und noch ein paar Tränchen weinen, weil ich so bewegt bin. ♥ Du weißt ja, das mich die vielen Zukunftsfragen selbst gerade sehr verfolgen und mir hin und wieder das Herz schwer machen. Deshalb habe ich mich zwischen den Zeilen wie zuhause gefühlt, als wäre ich es, die diese Gedanken gedacht hätte. Natürlich nicht auch nur halb so poetisch und schön wie du. :) ♥
    Besonders schön finde ich auch das Ende. Du beginnst mit einer leichten Dunkelheit und beendest die Geschichte mit einem hoffnungsvollen Ausblick. Ich bin mir ganz sicher, das du das Meer erreichen wirst, liebe Kücki. Egal wie weit der Weg bis zum Boot ist - irgendwann wirst du deine Träume erreichen und dann mit Zufriedenheit auf den steinigen Weg hinter dir blicken. Da bin ich mir ganz gewiss. :) ♥

    Danke für diesen wunderschönen Text, Kücki! ♥
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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  3. Hallo :) Mir hat der Text wirklich gut gefallen und er hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Ich finde, du kannst toll mit Worten umgehen und du hast deine Gedanken in einen wunderschönen Text formuliert. Ich bin schon gespannt, weitere Texte von dir zu lesen, falls du entscheiden solltest, sie mit uns zu teilen. :)
    Liebste Grüße,
    Lena

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  4. Hallo Kücki,
    so, zweiter Versuch :D
    Ich fand deinen Text umwerfend! Mit der Musik, deinen sorgfältig ausgewählten Wörtern und Personen und Gegenständen als Stellvertreter für Gefühle und Zeiten war es einfach ein super genialer Poetry Slam Text! Nicht einmal Will von 'Weil ich Layken/Will liebe' hätte das besser gekonnt! Du hast echt Talent, Kücki! Ich möchte unbedingt mehr von deinen bezaubernden Texten lesen!
    Ich selbst habe mich auch schon mehrere Male im Poetry Slam versucht, jedoch ohne grossen Erfolg :D Daher weiss ich auch wie schwer das ist, und kann auch nachvollziehen wieso du deine Texte nicht gerne veröffentlichst, bei mir fühlt es sich an wie wenn ich einen Tagebucheintrag veröffentlichen würde, denn Poetry generell ist meistens sehr persönlich!
    Ich selbst schreibe immer unter einem Pseudonym, vielleicht kannst du es ja auch mal auf diese Art versuchen, um auch ein Feedback zu deinen Texten zu bekommen :)
    Also ich bewundere dich, dass du so offen sagen kannst, dass es dein Text ist! Respekt! *verbeug*

    Liebste Grüsse,
    Anna

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  5. Liebe Kücki,

    endlich komme ich umhin, Dir meinen versprochenen Kommentar zu schenken. Dafür habe ich den Text jetzt aber immer wieder gelesen. Am besten gefiel er mir, als ich ihn zum ersten Mal las. Da waren die Worte noch so neu und so speziell und klangen so nach Kücki. Nicht, dass sie das später nicht mehr taten. Nur war ich so fasziniert beim ersten Mal, dass ich nie geblinzelt habe, sondern deine Worte mitverfolgt habe - und geliebt habe.

    Die Zukunft ist schon eine komische Sache. Eine ungewisse, eine Hass-Liebe verbindet mich mit ihr. Genauso wie Du freue ich mich so sehr darauf. Manchmal stelle ich mir vor, es gibt sie gar nicht. Denn die Zukunft, die, die gerade vor Dir liegt, ist ja schon jetzt. Aber natürlich weiss ich, dass es die Zukunft gibt, die, die Du so schön umschrieben hast und auf die wir uns alle beide wahnsinnig freuen - und in der wir uns vielleicht mal wieder sehen?

    Herzlichst,
    Mara

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  6. Hallo Kücki,

    der Text ist richtig gut. Dein Stil gefällt mir sehr. Und der Inhalt... du hast es einfach getroffen!
    Da ich den Text gerade nur einmal gelesen habe (Ja, ich denke dass er etwas ist, was man mehr als einmal lesen sollte und zu dem man sich Gedanken machen kann/ darf/ muss) kann ich gar nicht viel mehr dazu sagen. Nur, dass es mich angesprochen hat, vor allem rückblickend. Ich meine damit, dass ich momentan nicht das Gefühl habe an diesem Punkt zu stehen, und doch ist es ein Punkt an dem man im Leben immer wieder steht. Wenn das irgendwie verständlich ist :D

    Fazit: Wenn du mehr Texte mit uns teilen magst würde ich mich freuen sie lesen zu dürfen!

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