Freitag, 11. Dezember 2015

|Rezension| "Shadow of the Wolf" von Tim Hall

Shadow of the Wolf | Tim Hall | David Fickling Books | Englisch | Hardcover | ca. 15€ | Kaufen?
  
.Robin Loxley is seven years old when his parents disappear without trace. Years later the great love of his life, Marian, is also taken from him. Driven by these mysteries, and this anguish, Robin follows a darkening path into the ancient heart of Sherwood Forest. What he encounters there will leave him transformed, and will alter forever the legend of Robin Hood...  

 
Ich hatte das Buch erst mit einem anderen Lied begonnen und dieses erst später gefunden, als ich so ca. 150 Seiten drin war und es begann, dunkel und "böse" zu werden. Da hat dieses Lied dann einfach besser gepasst.

 
Klein Kücki war schon immer ein großer Fan von Märchen. Dunkle Geschichte, die sie verzaubern, erschrecken, auf eine Reise aus ihrem kleinen Zimmer in eine magische Welt tragen sollten. Die sie zu neuen Geschichten, Charakteren und Orten bringen sollten. Dies hat sich bis heute nicht gelegt, nur, dass ich traditionelle Märchen gegen moderne Erzählungen eingetauscht habe. Aber immer noch den gleich Anspruch an sie habe: Sie sollen mich verzaubern, erschrecken und auf eine Reise mitnehmen. Und wann ich immer ich ein Buch gefunden habe, dass dieses mit mir tut, möchte ich es am liebstem jedem empfehlen. Deswegen hört ihr nun eine Rezension zu Shadow of the Wolf.


In dem Buch geht es um Robin, der als kleiner Junge alleine im Wald gelassen wurde, und nach seinem Herausfinden gemerkt hat, dass seine Eltern in dem Glaube, er sei gestorben, ihn verlassen hatten. Daraufhin flieht er aus seinem Dorf und trifft auf Marian, die Prinzessin des Königreiches, die von zu Hause weggelaufen ist. Und zwischen den beiden entsteht eine einzigartige Freundschaft, die aber durch die Tyrannei des Sheriffs überschatten wird…



Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich nie ein wirklich großer Fan von Robin Hood war. Ich mochte den Disney Film nicht, die Geschichte fand ich auch nicht so klasse, nur den Robin Hood in Serien wie zum Beispiel Once upon a time fand ich schon immer ganz cool. Trotzdem hätte ich nie gedacht, dass mich ein Robin Hood Retelling so sehr begeistern könnte, dass ich sagen würde, dass es zu meinen Lieblingsretellings zählt. Doch genau das hat Shadow of the Wolf geschafft.
  

Zum einen liegt dies daran, dass das Buch einfach nur eine geniale Story hat. Mein Problem bei Märchenretellings ist oftmals, dass ich doch schon irgendwie immer weiß, was passieren wird, dadurch, dass ich so viele Märchen auswendig kenne und insgesamt ein großer Fan dieser bin. Da wird es wirklich schwer, die Story noch interessant und überraschend zu halten. Aber, meine Güte, bei diesem Buch hatte ich echt von nichts ne Ahnung! Nicht mal die simpelsten Plottwists konnte ich vorhersehen, geschweige denn von meinen ganzen Schocker Plottwist, die wir vor allem am Ende hatten. Aber genau das wollte ich! Das Buch hat mich einfach immer wieder geschockt, ich hab mich gefühlt als würde ich ängstlich durch ein dunkles Labyrinth stolpern, und hinter jeder Ecke könnte sich das nächste Monster verbergen…bzw. der nächste Plottwist. Niemals konnte ich mir sicher sein, dass das, was ich gelesen hatte, auch wirklich so bleiben würde. Dadurch wurde das Buch aber genauso mitreißend und überraschend, wie ich es nun erleben durfte.


Desweiteren haben viele verschiedene Ideen dazu beigetragen, dass das Buch so faszinierend ist. Wir haben Aspekte eines Märchens drinnen, die aber wirklich nicht an zauberhafte kleine Liebesgeschichten erinnern, bei der es darum geht, irgendwelche Prinzen zu befreien. Nein, wir haben eine sehr dunkle Geschichte, die zeitweise sogar mit Horrorelementen gespickt wurde. Dadurch wirkt sie manchmal sehr brutal, fast schon kratzend aggressiv, aber gleichzeitig macht sie das auch irgendwie reifer, ernster und natürlich irgendwo auch spannender. Die Geschichte hat mich an den Kinderdieb erinnert, mit all seinen brutalen und albtraumhaften Szenen, die aber auf eine dunkle Weise faszinieren. 


Trotzdem haben wir auch Aspekte in der Geschichte, die von Freundschaft erzählen, einer zarten Kinderfreundschaft, wie sie abenteuerlicher und niedlicher nicht sein könnte, und aus der sich eine zarte Liebe entwickelt. Aber: Diese Liebesgeschichte war einfach mal anders, und dadurch habe ich sie so geliebt! Wir hatten keine pubertierende Liebe mit dramatischen Getue und Insta-Love, wir hatten keine perfekten ersten Küsse oder rosarote Momente der Zweisamkeit. Wir hatten zwei Menschen, die sich zufällig gezwungen sahen, ihr Schicksal zu verweben, die zusammen durch die Hölle gehen, sie gegenseitig an ihren schlimmsten Tagen und Zeiten sehen, und es gemeinsam durchstehen. Die auch getrennt nicht zu depressiven Unglückshäufchen mutieren, sondern aus ihrer Liebe und Vertrauen zum anderen die Kraft schöpfen, weiterzumachen, weiterzukämpfen und wieder aufzustehen. Mir kam es so vor, als hätte eine Liebe das erste Mal eine wirkliche Bedeutung für die Plot und die Personen, und mir kam es so vor, als wären beide Personen ohne ihre Beziehung zueinander nicht ganz. Und das auf eine Art, die diese Liebesgeschichte einfach wunderschön gemacht hat. Ungeschliffen, unperfekt, und dadurch, berührend.


Dass die Liebesgeschichte so gut funktioniert hat, wird aber meines Erachtens auch daran gelegen haben, dass die Figuren so gut konzipiert waren. Zum einen haben wir hier unseren Protagonisten, Robin. Robin ist ein Mensch, der überhaupt nicht gut mit Menschen kann. Der für den Wald lebt, für die Jagd und der sich am wohlsten fühlt, wenn mit seinem Vater durch die Wälder streift. Bis er Marian kennenlernt. Was mich zu unserer zweiten Protagonistin führt, einem Mädchen, die sich nun in die Reihe meiner Lieblingsprotagonistinnen einreihen darf. Was war Marian für eine grandiose Protagonistin! Marian ist willensstark, unglaublich stur, ein Wildfang, immer am Reden, gewitzt und herrlich frech, und irgendwie ist sie von allem ein bisschen zu viel, wie ein Stift, der zu dick aufgetragen ist, aber je länger wir sie begleiten dürfen, je mehr Schwächen und Stärken sie uns enthüllt, desto mehr bekennt sie Farbe und wandelt sich in eine kriegerische, feministische und geniale Protagonistin, die mit so viel Stärke und Liebe durchs Leben wandelt, dass man sie gar nicht nicht mögen kann. Sie ist nicht aalglatt, sondern kantig…und das mag ich! Und durch diese Begegnung wurde auch Robin für mich zu einem Protagonist, den man ein bisschen besser einschätzen kann. Denn Robin ist ein bisschen wie ein wackelnder Stein auf eine Felskante…du weißt nie, wann er fallen wird. Und trotzdem lernen wir ihn mit der Zeit besser kennen, in all den horrormäßigen Dingen, die ihm Wiederfahren, in seinem Albtraum namens Leben begleiten wir ihn, durch Licht, Dunkelheit, Hinfallen und Wiederaufstehen…gemeinsam mit ihm kämpfen und leiden und lachen wir bis zum bitteren Ende! 

 
Apropos Ende, das war leider total frustrierend. Versteht mich nicht falsch, es war brillant, episch…aber es hatte DIESES VERDAMMT GEMEINEN CLIFFHANGER HERRGOTT NOCHMAL! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Die Geschichte von Robin Hood konnte mich nie begeistern, aber das Retelling, dass damit titelt, die Geschichte komplett neu zu erfinden…dieses Retelling hatte den nötigen Zauber, um mich zu packen, zu faszinierend, mich zum fürchten und weiterlesen wollen zu bringen. Durch eine wundervolle Geschichte, die gespickt mit Horror, Magie, Liebe, Action, Freundschaft, der Suche nach der Wahrheit und Gerechtigkeit und zwei Protagonisten, die mich davon überzeugt haben, das Liebesgeschichten durchaus funktionieren können, die mich durch Vertrauen, Ecken und Kanten und ihre einzigartige Persönlichkeit überzeugen konnte…ja, dadurch ist Robin Hood für mich wieder lebendig geworden, zu einem Märchen geformt, dass mich schlussendlich nun doch noch verzaubern, erschrecken und in eine andere Welt führen konnte. Dafür möchte ich ihm mit 5 Sternen danken
 

Kommentare:

  1. Nach dieser Rezension will ich das Buch auch lesen. Ich liebe Märchen, ich liebe die meisten Adaptionen von Märchen und Robin Hood, habe ich zwar nie gelesen, aber dafür alle Verfilungen gesehen, die mir bekannt sind. Und wenn du den Stil dann noch mit dem Kinderdieb vergleichst, kann es ja nur gut sein. Leider ist mein Englisch ganz fürchterlich schlecht. Also wie anspruchsvoll ist der Schreibstil? Eine deutsche Überstzung hatte ich bei meiner Suche grad nicht gefunden.

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    1. Ja, ich kann dir wirklich nur ans Herz legen, es mit dem Buch zu probieren, gerade wenn du den Kinderdieb mochtest wird es wohl ein Buch sein, dass dir gefallen könnte :)
      Also ich muss ehrlich sagen, dass definitiv kein Buch für Einsteiger sind, da es schon ein paar komplizierte Satzstrukturen und Wörter gibt, allerdings glaube ich, wenn du schon 1 oder 2 Englische Bücher gelesen hast bzw. genug Zeit für das Buch einplanst, dürftest du das schaffen :)
      Eine deutsche Übersetzung ist mir leider auch nicht bekannt :(

      Liebe Grüße
      Kücki ♥

      P.s: Wenn du ein paar Tipps zum Englischen Lesen möchtest kannst du mir auch gerne mailen :)

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    2. mmh, ich glaube, ich muss einfach darauf hoffen, dass das übersetzt wird. Ich hatte damals schon immer mit der Schullektüre meine Problemchen

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